
Tanzende Nachbarn
Ein Tanzprojekt für alle Generationen
Im Rahmen von Chemnitz 2025, der Europäischen Kulturhauptstadt, vereint das Projekt „Tanzende Nachbarn“ Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Kulturen durch die universelle Sprache des Tanzes. Initiiert vom Team Generation, richtet sich das Programm insbesondere an ältere Menschen, die in wöchentlichen Tanzkursen ihre körperliche Präsenz und Beweglichkeit fördern.
In der Hartmannfabrik nehmen derzeit 90 Senior:innen daran teil, während eine weitere wöchentliche Tanzklasse beim Ballett der Theater Chemnitz angeboten wird. Terrry Pedersen Pfeiffer, eine ehemalige Balletttänzerin mit umfassender Erfahrung in Tanzpädagogik, betont die Bedeutung der gemeinsamen Bewegung: „Wir bewegen uns gemeinsam. Darum geht es. Und das heißt, wir mobilisieren unsere Körper erstmal. Wir lernen zu atmen und stabil zu stehen.“ Ihre Kurse legen besonderen Wert auf Körperhaltung, Atmung und soziale Interaktion, um den Teilnehmenden ganzheitliches Wohlbefinden zu ermöglichen.
Ein besonderes Highlight des Projekts sind die drei Intensiv-Workshops, die in Zusammenarbeit mit den japanischen Choreograf:innen Yoko Ando, eine ehemalige Tänzerin der weltbekannten Forsythe Company und Ryu Suzuki, Tänzer und Choreograf bei Dance Base Yokohama stattfinden. Der erste dieser Workshops fand Ende Mai 2024 in der Hartmannfabrik statt, an dem 60 ältere Menschen aus Chemnitz teilnahmen, der zweite fünftägige Intensivworkshop folgte Anfang September 2024.
Diese Workshops stellen einen interkulturellen Austausch dar, bei dem die künstlerische Zusammenarbeit zwischen den japanischen Gästen und den Chemnitzer Teilnehmenden im Vordergrund steht. Die japanische Expertise, insbesondere im Umgang mit einer alternden Bevölkerung, ist eine wertvolle Bereicherung für das Projekt. In Japan, wo die demografische Entwicklung hin zu einer älteren Bevölkerung schneller voranschreitet als in Deutschland, existieren bereits umfangreiche partizipative Angebote für ältere Menschen. Diese Erfahrungen flossen maßgeblich in die Gestaltung der Workshops ein, die darauf abzielen, ältere Menschen durch Tanz aktiv und gesund zu halten

Die Kooperation mit Dance Base Yokohama soll über die drei geplanten Intensiv-Workshops hinaus fortgeführt und langfristig etabliert werden. Ziel ist es, eine enge Zusammenarbeit zwischen Chemnitz 2025 und dem Festival Tanz | Moderne | Tanz unter der Leitung von Ballettdirektorin Sabrina Sadowska zu schaffen. Zur Eröffnung von Chemnitz 2025 am 18. Januar 2025 ist bereits ein erster gemeinsamer Auftritt geplant, gefolgt von mehreren weiteren Aufführungen im Verlauf des Kulturhauptstadtjahres. Alexandra Takats und Michal Sandor aus dem Programmteam von Chemnitz 2025 berichten von der überwältigenden positiven Resonanz: „Eine wichtige Rückmeldung der Teilnehmenden war, dass sie die Begegnung mit den beiden professionellen Tänzern als einen Austausch auf Augenhöhe empfunden und gespürt haben, wie schnell durch diese gemeinsame Aktivität auch Gemeinschaft entstehen kann.“
Die Workshops und Tanzkurse ermöglichen es den Teilnehmenden, neue Bewegungsformen zu erlernen, soziale Kontakte zu knüpfen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dabei steht immer der Gedanke im Vordergrund, dass Tanz Menschen verbindet – unabhängig von Alter, Erfahrung oder Herkunft. Zur Eröffnung von Chemnitz 2025 ist bereits ein erster gemeinsamer Auftritt der verschiedenen Gruppen geplant, der ein Höhepunkt des Kulturhauptstadtjahres werden soll.

Durch die Förderung des EU-Japan Fest Committee wird das Projekt nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch international unterstützt, was die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für den kulturellen Austausch unterstreicht. Das Projekt „Tanzende Nachbarn“ zeigt, wie Tanz als verbindendes Element genutzt werden kann, um Menschen unterschiedlicher Kulturen und Generationen zusammenzubringen und sie gemeinsam in Bewegung zu halten.
Terrry Pedersen Pfeiffer erläutert abschließend: „Wir möchten den Teilnehmenden zeigen, wie sie trotz körperlicher Einschränkungen Bewegungen umsetzen können. Unsere Kurse sind so gestaltet, dass jeder mitmachen kann, unabhängig von den individuellen Voraussetzungen. Der soziale Aspekt ist dabei genauso wichtig wie die körperliche Bewegung.“ Mit dieser ganzheitlichen Herangehensweise leistet „Tanzende Nachbarn“ einen bedeutenden Beitrag zur Förderung des Wohlbefindens und der sozialen Integration älterer Menschen in Chemnitz.
Weitere Informationen finden Sie auf der Chemnitz 2025 Webseite.
Bilder: Peter Rossner, Tarah Pfeiffer, Michal Sandor, Terrry Pedersen Pfeiffer

TANZbüro und der Verein TANZ | MODERNE | TANZ e.V. wird ermöglicht mit freundlicher Unterstützung aus Mitteln der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Mittel der kommunalen Kunst und Kulturförderung der Stadt Chemnitz wie aus Mitteln aus dem Kulturhauptstadtbudget.
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Tanzende Nachbarn
A Dance Project for All Generations
As part of Chemnitz 2025, the European Capital of Culture, the „Dancing Neighbors“ project brings together people of different age groups and cultures through the universal language of dance. Initiated by the Team Generation, the program specifically targets older individuals, offering weekly dance classes that promote physical presence and mobility.
Currently, 90 seniors participate in the classes held at the Hartmannfabrik, while another weekly dance class is offered by the ballet of the Theater Chemnitz. Terry Pedersen Pfeiffer, a former ballet dancer with extensive experience in dance education, emphasizes the importance of moving together: „We move together. That’s what it’s about. And that means we first mobilize our bodies. We learn to breathe and stand steadily.“ Her courses focus on posture, breathing, and social interaction to foster holistic well-being for participants.
A special highlight of the project are the three intensive workshops conducted in collaboration with Japanese choreographers Yoko Ando, a former dancer of the world-renowned Forsythe Company, and Ryu Suzuki, a dancer and choreographer at Dance Base Yokohama. The first of these workshops took place in late May 2024 at the Hartmannfabrik, attended by 60 older people from Chemnitz. The second five-day intensive workshop followed in early September 2024.
These workshops represent an intercultural exchange, focusing on artistic collaboration between the Japanese guests and the Chemnitz participants. The Japanese expertise, especially in dealing with an aging population, is a valuable contribution to the project. In Japan, where the demographic shift toward an older population is advancing faster than in Germany, there are already extensive participatory programs for older adults. These experiences played a significant role in shaping the workshops, which aim to keep older people active and healthy through dance.

The collaboration with Dance Base Yokohama is expected to continue beyond the three planned intensive workshops and to be established in the long term. The goal is to foster a close partnership between Chemnitz 2025 and the Tanz | Moderne | Tanz Festival under the direction of Ballet Director Sabrina Sadowska. A joint performance is already planned for the opening of Chemnitz 2025 on January 18, 2025, followed by several more performances throughout the Capital of Culture year. Alexandra Takats and Michal Sandor from the Chemnitz 2025 program team report overwhelmingly positive feedback: „One important comment from the participants was that they felt the interaction with the two professional dancers was an exchange on equal footing, and they quickly realized how this shared activity could also foster a sense of community.“
The workshops and dance classes allow participants to learn new forms of movement, make social connections, and actively participate in community life. The guiding principle is that dance connects people – regardless of age, experience, or background. A joint performance of the various groups is already planned for the opening of Chemnitz 2025, which will be a highlight of the Capital of Culture year.
Supported by the EU-Japan Fest Committee, the project is not only locally but also internationally backed, highlighting the importance of international collaboration for cultural exchange. The „Dancing Neighbors“ project demonstrates how dance can be used as a unifying element to bring together people of different cultures and generations, keeping them moving together.
Terry Pedersen Pfeiffer concludes: „We want to show participants how they can adapt movements despite physical limitations. Our courses are designed so that everyone can participate, regardless of individual conditions. The social aspect is just as important as the physical movement.“ With this holistic approach, „Dancing Neighbors“ makes a significant contribution to promoting the well-being and social integration of older people in Chemnitz.
For more information, visit the Chemnitz 2025 website.
Images: Peter Rossner, Tarah Pfeiffer, Michal Sandor, Terry Pedersen Pfeiffer

TANZbüro and the association TANZ | MODERNE | TANZ e.V. is supported with funding from the Cultural Foundation of the Free State of Saxony, funds from the municipal art and culture promotion of the City of Chemnitz, as well as funds from the Capital of Culture budget.
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