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Festival 2021

HOM(M)ES (DEA)

Cie Act 2 Catherine Dreyfus

(Frankreich)

Di, 22.06.21 | 20.00 – 21.00 Uhr | Kraftverkehr

Zusatzvorstellung

Mi, 23.06.21 | 19.00 – 20.00 Uhr | Kraftverkehr

Anmeldung für den 23.06.21: Ticket buchen

© Raoul Gilibert

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kennt die Männlichkeit eine stille Revolution, die die Menschen bei ihren grundlegenden Errungenschaften ins Wanken bringt. Männlichkeit schien bis vor kurzem selbstverständlich zu sein: leuchtend, natürlich und der Gegensatz zur Weiblichkeit. In ihrer Choreografie HOM(m)ES setzt sich Catherine Dreyfus mit den unterschiedlichen Formen von Männlichkeit auseinander. HOM(m)ES ist der Beginn eines neuen Tanzzyklus von Catherine Dreyfus zur Gender-Thematik. Es macht Spaß zu beobachten, wie sie sich unabhängig von der sexuellen Identität mit dem biologischen Geschlecht choreografisch und performativ auseinandersetzt. Sie erkundet den Begriff von Männlichkeit und die Stellung des Mannes im 21. Jahrhundert, in einer scheinbar modernen und aufgeklärten Gesellschaft. Offensichtlich beginnt die Männerwelt über ihr Sein nachzudenken und die eigene Männlichkeit und die damit verbundenen Fragen von Macht und Dominanz neu zu analysieren. Es zeigt sich ein multiples und komplexes Männerbild des postheroischen Zeitalters. Und was wäre, wenn Männer vielseitiger geworden wären – als Liebhaber, Freunde, Väter, Transgender, autoritäre und verletzbare Wesen, sowohl Held, Alphatier, Eroberer, Draufgänger und im gleichen Atemzug besinnlich, kontemplativ und sensibel? Dies alles steht im dialogischen Kontrast zu Auszügen aus dem Dokumentarfilm Coby, der den Hürdenlauf im täglichen Leben einer Transgender-Frau zeigt. In HOM(m)ES hinterfragen eine Choreografin und vier Tänzer den Platz nicht nur des Mannes an sich, sondern des Menschen im Allgemeinen, in einer sich stets verändernden Welt.

Choreografie: Catherine Dreyfus
Dramaturgie: Guy-Pierre Couleau
Musik: François Caffenne
Ausstattung: Oria Steenkiste
Lichtdesign: Laurence Magnée
Text: Vincent Ecrepont
Tanz: Smaïn Boucetta, Gianluca Girolami, Claudio Ioanna, Gaétan Jamard
Dauer: 60 Minuten

Catherine Dreyfus verfolgte zunächst eine Karriere als Tänzerin für verschiedene Choreograf:innen, darunter Odil Duboc, Simone Sandroni, Nathalie Pernette, Alain Imbert, Micha Purucker und Sosana Marcelino, bevor sie 2008 die Compagnie ACT2 gründete. Musikalität, Poesie und Fluidität bilden die Ingredienzien ihrer Einzigartigkeit, gefärbt von einem leicht ironischen Surrealismus. Die Werke, die sie kreiert, sind feinfühlig, überschäumend und belebend. Darüber hinaus liebt es Catherine Dreyfus, den Körper mit physischen Objekten und Materialien in Kontakt zu bringen. Die Gestaltung des Bühnenraums und das Umfeld spielen eine fundamentale Rolle und werden in gewisser Weise als Interpret und wichtiger Partner betrachtet. Die Intention von ACT2 ist es, allen Menschen den Tanz nahe zu bringen, losgelöst aus seinem traditionellen Rahmen.

Produktion: Association Act2. Coproduktion: Espace Germinal à Fosses, Les Tanzmatten à Sélestat, Equilibre Nuithonie à Fribourg (Suisse). Unterstützung: DRAC Grand Est, Région Grand Est, Conseil Départemental du Haut-Rhin, Conseil Départemental du Val d’Oise, Ville de Mulhouse, Ville de Paris (au titre de l’aide à la diffusion), La Briqueterie – CDCN du Val-de-Marne de Vitry-sur-Seine, L’Etoile du Nord – Scène conventionnée danse de Paris, Le CREA – Scène conventionnée de Kingersheim, le CCN de Créteil et du Val-de-Marne / Compagnie Käfig, ADAMI, SPEDIDAM und Fonds SACD Musique de Scène.Mit der künstlerischen Beteiligung des Jeune Théâtre National und Unterstützung des Mäzenats der Caisse des dépôts.