Sechs Frauen bewegen sich im wechselnden Rhythmus. Auf einer Skala von sehr langsamen Schritten bis zum schnellen Rennen in immer weiteren Kreisen. Sie entwickeln dabei emotional intensive Körperwelten, die ein breites Spektrum an Assoziationen freigeben. Im Vordergrund steht ein Tanz, in dem intime und soziale Gesten aufeinandertreffen, um Momente eines utopischen Zusammenseins zu bewirken; eine Art Aufstand, den die Frauen initiieren. Diese bewegte Körperlandschaft bringt folgende Fragen auf: Was geschieht, wenn sich Menschen zusammentun und sich daraus eine Gemeinschaft entwickelt? Wie lässt sich diese neue Ordnung mit tänzerischen Mitteln formulieren, eine Ordnung, in der es mehr Gleichheit und Solidarität geben könnte? Könnte man sich vorstellen, dass gerade Frauen in dieser Umwälzung eine führende Rolle erlangen? Auf der Grundlage solcher Überlegungen schuf Samuel Mathieu einen weiblichen Refrain, der eine zeitgenössische Welt in voller Veränderung nährt und hinterfragt, beansprucht und verursacht.
Choreografie, Komposition und Ausstattung: Samuel Mathieu Dramaturgie: Andrej Mirčev Musikalische Assistenz: Pavel Kuznetsov Tanz: Isabel Druenne, Valeria Gambino, Emily Grieshaber, Rayanne Guimarães, Ayda Frances Guneri, Elena Zanato Dauer: 40 Minuten
Samuel Mathieu studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz an der École Nationale de Musique et Danse in La Rochelle und wurde dort u. a. von Karin Waehner unterrichtet. Als Tänzer arbeitete Samuel Mathieu mit Régine Chopinot, Jean-Claude Gallotta, Robert Seyfried und Tomeo Vergés. 2001 gründete er seine eigene Company und begann als Choreograf zu arbeiten. 2004 kreierte er neben Est-ce-O-Elle-O-solo auch Us-Band and Go On!. 2008 schuf er Nord-Reich-Nord für das Ballett Vorpommern. Im selben Jahr entstand Yan, ein französisch-chinesisches Projekt. 2015 und 2017 waren er und seine Cie Samuel Mathieu zu Gast beim Festival TANZ | MODERNE | TANZ mit Us-Band and Assassins, worin er sich mit politischen Themen wie Fragen rund um Macht beschäftigte. Die Choreografie Mili[tanz!] erarbeitete er 2020 zusammen mit dem Ballett Chemnitz für die Reihe Showcase.
Tim Behren ist Choreograf, Akrobat und künstlerischer Leiter vonOverhead Project. Kein Unbekannter für das Chemnitzer Publikum nach seinen erfolgreichen Auftritten beim Festival TANZ | MODERNE | TANZ 2015 bei Corps Étrangers von Mouvoir und 2016 [How To Be] Almost There. Der Workshop wendet sich an alle Tanzbegeisterten, welche in die Welt der Akrobatik, der Kreativität und des Tanzes eintauchen wollen.
Ausgebildet wurde Tim Behrens an der École Supérieure des Arts du Cirque (ESAC) in Brüssel zum Akrobaten und arbeitet seitdem als Spartenquereinsteiger in der Tanzszene. Zusätzlich absolvierte er den Studienlehrgang Dramaturgie Circassiene amCentre National des Arts du Cirque (CNAC) in Chalons en Champagne.
Tim Behren gründete die Kompanie Overhead Project mit seinem langjährigen Arbeitspartner Florian Patschovsky am Ende der gemeinsamen Ausbildung zum Akrobatenduo. Die folgenden choreografischen Arbeiten von Overhead Project wurden mit über zehn Preisen vielfach international ausgezeichnet. Seit der Gründung der Kompanie 2008 sind elf Produktionen in der freien Szene sowie vier Gastchoreografien an den Stadttheatern in Bern, Heidelberg, Jena und Bielefeld entstanden. Seit 2018 erhält Overhead Project die Spitzenförderung des Landes NRW, seit 2019 die Exzellenzförderung TANZPAKT Stadt-Land-Bund. Tim Behren ist 2011 Mitbegründer des Bundesverbandes Zeitgenössischer Zirkus e.V. sowie im Vorstand des Kulturnetz Köln für die Sektion Zeitgenössischer Zirkus kulturpolitisch aktiv. Er ist Mitbegründer und Teil des Leitungsteams der Ehrenfeldstudios, ein interdisziplinärer Produktions- und Präsentationsort für Tanz, Performance, zeitgenössischen Zirkus und Medienkünste. Er ist Mitglied mehrerer Jury-Kommissionen, u. a. der Codarts Circus Arts University Rotterdam, der Societé Suisse des Auteurs, des Zirkus-On Förderprogramm. Beim Masterstudiengang für Choreografie der Fontys Universität Tilburg ist Tim Behren Gast-Dozent und Studierenden-Coach.
Vorkenntnisse nicht erforderlich. Begrenzte Teilnehmerzahl bei allen Workshops | ab 14 Jahre
Der Workshop basiert auf der Wahrnehmung des Körpers, seiner Motorik, der Beweglichkeit der Gelenke, der Gewichtsverlagerung sowie seiner Verbreitung im Raum. Dies führt zu einer Methode, welche tänzerische Bewegungen und physikalische Entdeckungen zulässt. Es entstehen kleine Choreografien, bei denen sich zwischen Improvisation und Komposition Verständnis und Gefühl für Bewegung und Körper entwickeln.
Emilijus Miliauskas, Solist beim Ballett Chemnitz/Städtische Theater Chemnitz, in Litauen geboren, begann mit elf Jahren in der National M. K. Ciurlionis School of Art in Litauen zu tanzen und trat dort in Balletten an der Litauischen Nationaloper auf. Nach seiner Ausbildung in der Heinz-Bosl-Stiftung in München tanzte er in Balletten unter Leitung von Ivan Liška an der Münchner Staatsoper. Als Solist war er in der Leipziger Oper sowie beim Ballettensemble Linz zu erleben. Seit der Spielzeit 2011/2012 ist er beim Ballett Chemnitz engagiert.
Vorkenntnisse nicht erforderlich. Begrenzte Teilnehmerzahl bei allen Workshops | ab 14 Jahre
Rund um die Performance HOM(m)ESwird sich Gianluca Girolami mit den choreographischen Ansätzen und physischer Arbeit der Compagnie Act2 beschäftigen. Das ist eine einzigartige Möglichkeit für Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren, sich spielerisch dem Tanz zu näheren, seinen eigenen Körper auszuprobieren, aber auch eine gute Gelegenheit, die Vorstellung von Hom(m)es besser kennenzulernen.
Gianluca Girolami begann in Italien zu tanzen, während er Fußball spielte, was ihm einen Vorgeschmack auf Anstrengung, Engagement für Bewegung und Teamgeist gab. Gleichzeitig arbeitete er in einer Fabrik, wo sein Wunsch, professioneller Tänzer zu werden, Tag für Tag stärker wurde. 1998 beschloss er, alles aufzugeben und ging nach Frankreich. Er trainierte bei Anne-Marie Porras (Epsedanse, wo er sein Staatsdiplom erhielt) und wurde ihr Assistent. Als Tänzer und Performer arbeitet er für verschiedene Compagnien: Anne-Marie Porras, Salia Sanou, Yann Lheureux sowie die Cie. Gambit und Tango Sumo. Als Lehrer arbeitet er in den Ausbildungszentren Epsedanse (Montpellier), in der Termitière (Burkina Faso) sowie im Rahmen von Schulmissionen und internationalen Praktika (Bozen Danza Italien, Heraklion Griechenland). Er trat 2017 der Compagnie Act2 – Catherine Dreyfus bei
Vorkenntnisse nicht erforderlich. Begrenzte Teilnehmerzahl bei allen Workshops | ab 14 Jahre
TEMPORARILY DETAINED BODIES entstand als konsequentes Destillat aus der Arbeit Realignments von Blanca Arrieta, jedoch erweiterte Vita Osojnik die Performance durch einen tiefgründigeren Inhalt, indem sie sich intensiver mit den expressionistischen Arbeiten Egon Schieles auseinandersetzte. Blanca Arrieta begann ihr Stück Realignments mit der Idee, sich vom Werk von Egon Schiele inspirieren zu lassen. Am Ende des Prozesses hatte das Stück eine sehr minimalistische Ausrichtung genommen. Vita Osojnik übernahm zu diesem Zeitpunkt die choreografische Arbeit, nachdem sie zuvor als choreografische Assistentin den Prozess begleitet hatte. Sorgfältig setzte sie sich mit den künstlerischen Ansichten von Egon Schiele auseinander und setzte ihrer Konzeption eigene frische Gedankengänge hinzu.
Der neue Titel wird als Wortspiel für die Metamorphose zum neuen Werk gesehen. Die Anzahl der Co-Autoren/Tänzer:innen wird von sechs auf vier reduziert. Die musikalische Landschaft entsteht speziell für die in sich gefangenen Körper. Die Kostüme lassen Schieles Charaktere wieder entstehen.
Und so taucht die Performance Temporarily Detained Bodies in eine tiefe Melancholie und Provokation. Beide spiegeln die Natur Schieles wider. Das Spiel mit der Nähe, Distanz, Zusammenspiel und zaghafte Berührungen machen deutlich sichtbar, wie sehr die Covid-19-Pandemie uns alle im Griff hat und unser Schaffen beeinflusst.
Konzept, Choreografie und Kostüme: Vita Osojnik Co-Creation: Alja Branc, Lara Matea Ivančič, Ema Križič, Julija Pečnikar Original-Musik: Matevž Kolenc Lichtdesign: Aljaž Zaletel Creativ Produzent: Katja Somrak Dance: Alja Branc, Lara Matea Ivančič, Ema Križič, Julija Pečnikar Produziert von: Plesni Teater Ljubljana 2021 Dauer: 60 Minuten
Vita Osojnik arbeitet als freiberufliche Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin und Straßenkünstlerin. Ihre Tanzausbildung erhielt sie an der Musik- und Ballettschule in Ljubljana. Sie beendete ihr Studium in zeitgenössischem Tanz und Choreografie an der Experimental Academy in Salzburg. Ergänzend absolvierte sie ein Studium zur Grundschullehrerin. Sie betreut pädagogische Arbeiten und ist Mentorin innerhalb der Alma Mater Europaea Academy des Tanzes, bei der Tanzgesellschaft Qulenium, in Kranj und beim Straßentheater Sugla. Als Pädagogin und Mentorin arbeitet sie in Ljubljana, Maribor und Florenz. Im Oktober 2015 wurde sie an die berühmte Tisch School of Arts (Broadway, New York) als Choreografin und Pädagogin eingeladen. Im September 2019 nahm sie als Choreografin am internationalen Gemeinschaftsprojekt von Plesni Teater Ljubljana – Dance Theatre und Datzaz aus Spanien teil. Sie schuf für die Tanzkompanie Dantzaz Hombre Masa, welches beim diesjährigen Festival Ukrep zu sehen ist.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kennt die Männlichkeit eine stille Revolution, die die Menschen bei ihren grundlegenden Errungenschaften ins Wanken bringt. Männlichkeit schien bis vor kurzem selbstverständlich zu sein: leuchtend, natürlich und der Gegensatz zur Weiblichkeit. In ihrer Choreografie HOM(m)ES setzt sich Catherine Dreyfusmit den unterschiedlichen Formen von Männlichkeit auseinander. HOM(m)ES ist der Beginn eines neuen Tanzzyklus von Catherine Dreyfus zur Gender-Thematik. Es macht Spaß zu beobachten, wie sie sich unabhängig von der sexuellen Identität mit dem biologischen Geschlecht choreografisch und performativ auseinandersetzt. Sie erkundet den Begriff von Männlichkeit und die Stellung des Mannes im 21. Jahrhundert, in einer scheinbar modernen und aufgeklärten Gesellschaft. Offensichtlich beginnt die Männerwelt über ihr Sein nachzudenken und die eigene Männlichkeit und die damit verbundenen Fragen von Macht und Dominanz neu zu analysieren. Es zeigt sich ein multiples und komplexes Männerbild des postheroischen Zeitalters. Und was wäre, wenn Männer vielseitiger geworden wären – als Liebhaber, Freunde, Väter, Transgender, autoritäre und verletzbare Wesen, sowohl Held, Alphatier, Eroberer, Draufgänger und im gleichen Atemzug besinnlich, kontemplativ und sensibel? Dies alles steht im dialogischen Kontrast zu Auszügen aus dem Dokumentarfilm Coby, der den Hürdenlauf im täglichen Leben einer Transgender-Frau zeigt. In HOM(m)ES hinterfragen eine Choreografin und vier Tänzer den Platz nicht nur des Mannes an sich, sondern des Menschen im Allgemeinen, in einer sich stets verändernden Welt.
Catherine Dreyfus verfolgte zunächst eine Karriere als Tänzerin für verschiedene Choreograf:innen, darunter Odil Duboc, Simone Sandroni, Nathalie Pernette, Alain Imbert, Micha Purucker und Sosana Marcelino, bevor sie 2008 die Compagnie ACT2 gründete. Musikalität, Poesie und Fluidität bilden die Ingredienzien ihrer Einzigartigkeit, gefärbt von einem leicht ironischen Surrealismus. Die Werke, die sie kreiert, sind feinfühlig, überschäumend und belebend. Darüber hinaus liebt es Catherine Dreyfus, den Körper mit physischen Objekten und Materialien in Kontakt zu bringen. Die Gestaltung des Bühnenraums und das Umfeld spielen eine fundamentale Rolle und werden in gewisser Weise als Interpret und wichtiger Partner betrachtet. Die Intention von ACT2 ist es, allen Menschen den Tanz nahe zu bringen, losgelöst aus seinem traditionellen Rahmen.
Produktion: Association Act2. Coproduktion: Espace Germinal à Fosses, Les Tanzmatten à Sélestat, Equilibre Nuithonie à Fribourg (Suisse). Unterstützung: DRAC Grand Est, Région Grand Est, Conseil Départemental du Haut-Rhin, Conseil Départemental du Val d’Oise, Ville de Mulhouse, Ville de Paris (au titre de l’aide à la diffusion), La Briqueterie – CDCN du Val-de-Marne de Vitry-sur-Seine, L’Etoile du Nord – Scène conventionnée danse de Paris, Le CREA – Scène conventionnée de Kingersheim, le CCN de Créteil et du Val-de-Marne / Compagnie Käfig, ADAMI, SPEDIDAM und Fonds SACD Musique de Scène.Mit der künstlerischen Beteiligung des Jeune Théâtre National und Unterstützung des Mäzenats der Caisse des dépôts.
Mi, 16.06.21| Do, 17.06.21 | Fr, 18.06.21 | jeweils
15.00 + 16.00 Uhr | Fritz-Heckert-Gebiet
Bus 52: Arno-Schreiter-Straße (Haltestelle)
15.00 + 16.00 Uhr | Bernsdorf
Tram 3: TU Campus (Haltestelle)
15.30 + 16.30 Uhr | Brühl – ZUHAUSE
Tram 3/4: Omnibusbahnhof (Haltestelle)
15.30 + 16.30 Uhr | Sonnenberg – Lessingplatz
Bus 21: Lessingstr. (Haltestelle)
Chemnitz ist geprägt von der industriellen Revolution und nennt sich heute Stadt der Moderne. 80 % der Innenstadt wurden zwei Monate vor Kriegsende 1945 zerstört; seither hat der Stadtkern nicht wieder sein pulsierendes Leben erreicht. 1953 wurde Chemnitz in Karl-Marx-Stadt umbenannt und nach der politischen Wende wieder in Chemnitz zurückbenannt. Das Wohnbauprogramm der DDR hatte sich nicht auf die Innenstadt konzentriert, sondern vielmehr neue große Wohngebiete errichtet. Mit der Wende kamen der Strukturwandel und die Weiterentwicklung der Innenstadt. Es entstanden viele Quadratmeter Einzelhandelsfläche, die es aber nicht vermochten, die Innenstadt mit neuem Leben zu füllen. Das Leben findet im Quartier statt: in den Wohngebieten, in den anonymen Plattenbauten, wo sich eigene Narrative herausbilden und unterschiedliche soziale Schichten aufeinandertreffen. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass viele kulturelle und soziale Aktivitäten lahmgelegt wurden. Das Projekt MADE IN CHEMNITZ – Beweg DEIN Quartiert! bringt Tanz und Performance auf die Straße.
Für das Projekt MADE IN CHEMNITZ 20∙21 hat Ballettdirektorin Sabrina Sadowska die Choreograf:innen Anne Le Batard (Frankreich), Daniel Morales Pérez (Spanien), Willi Dorner (Österreich) und David Blazquez (Spanien) nach Chemnitz eingeladen, um zusammen mit den Tänzer:innen des Ballett Chemnitz und Guests den Kontakt mit den Bewohnern vierer Quartiere zu erforschen. Zusammen entstehen Interventionen und Performances im öffentlichen Raum im Rahmen des Festivals TANZ | MODERNE | TANZ 2021.
Kulturquartier – Brühl (immer 15.30 + 16.30 Uhr)
Choreografie, Inszenierung und Ausstattung: David Blazquez (Spanien) Dance: Soo-Mi Oh, Nicola Brockmann, Rayanne Guimarães Ribeiro, Alejandro Guindo Martín, Milan Maláč, Sascha Paar
Choreografie, Inszenierung und Ausstattung: Anne Le Batard (France) Dance: Sandra Ehrensperger, Savanna Haberland, Ayda Frances Guneri, Elena Zanato, Benjamin Kirkman, Ivan Cheranev, Dan Ozeri
„Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.“
Projektpartner: TANZ | MODERNE | TANZ e.V. – Förderverein für zeitgenössischen Tanz Chemnitz, TANZbüro Chemnitz, Festival TANZ | MODERNE | TANZ und die Städtischen Theater Chemnitz
David Blazquez stammt aus Don Benito (Spanien) und absolvierte seine Tanzausbildung an den Staatlichen Ballettschulen in Murcia und Madrid. Sein erstes Engagement erhielt er 1995 am Ballet Clásico de Madrid, 1997 wechselte er zum Gavina Ballet in Barcelona. Von 1998 bis 2001 tanzte er am Nordharzer Städtebundtheater in Halberstadt und ging anschließend zum Ballett Vorpommern. Seit der Spielzeit 2005/2006 gehört er zum Ballettensemble der Staatsoper Hannover und tanzte u. a. in Choreografien von Mats Ek, Marko Goecke, Nacho Duato, Hans van Manen, Johan Inger, Nils Christie, Mauro Bigonzetti und William Forsythe. Seit 2008 entstanden die ersten Choreografien für die Reihe „New Steps“ in Hannover, für das „San Francisco Dance Film Festival“, für die Tanztage Hameln, für das Ballett Vorpommern und 2018 auch für das Ballett Chemnitz.
Willi Dorner, geboren in Baden bei Wien, erhielt eine vielseitige Ausbildung als Tänzer und Tanzpädagoge in Österreich. Nach Engagements in Österreich, Paris und New York gründetet er 1999 seine eigene Kompanie, die Cie. Willi Dorner.Neben seinen international gezeigten Tanz-Performances ist Willi Dorner interessiert, Veranstaltungen zu kreieren, die dem Publikum die Möglichkeit neuer Erfahrungen, Einsichten und eine differenzierte Wahrnehmung des täglichen Lebens geben. Seine interdisziplinären Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Wissenschaftler:innen aus den verschiedensten Gebieten. Die Projekte der Cie. Willi Dorner waren u. a. zu Gast bei den Wiener Festwochen, Wien Modern, Theater der Welt Essen, Crossing the Lines New York u. v. m.
Anne Le Batard gründete nach ihrer Karriere als Tänzerin in Brüssel und Marseille 1994 die Compagnie Ex Nihilo. Sie befasst sich insbesondere mit der Beziehung zwischen Tänzer:innen und Tanz zum Raum wie auch zum Zuschauerraum. Durch das Erforschen des öffentlichen Raums hat sie ihre ganz eigene Handschrift entwickelt. Jean-Antoine Bigot wirkte in Frankreich und Belgien als Tänzer, bis er sich 1997 der Compagnie Ex Nihilo anschloss. Seitdem teilt er sich die künstlerische Leitung mit Anne Le Batard. In Zusammenarbeit entstanden bereits mehr als 15 Projekte für Ex Nihilo. Anliegen der Gruppe ist, einerseits Öffentlichkeit und Kunst zu verbinden und andererseits neue Elemente der Kunst in den Tanz einfließen zu lassen. Die Tanzgruppe widmet sich besonders Langzeitprojekten, die sie durch Workshops, Kurse und Begegnungen mit dem jeweiligen Publikum teilt. Seit 2016 gilt Ex Nihilo als wichtiger Partner europäischer Kreativprojekte für zeitgenössischen Tanz an besonderen Aufführungsorten.
Daniel Morales Pérez studierte Tanz und Choreografie am Institut del Teatre Dansa in Barcelona. Es folgten verschiedene Gastengagements in Spanien und Festengagements beim Ballett am Theater Vorpommern, Tanztheaterensemble des Tiroler Landestheaters Innsbruck und Landestheater Linz. Seit 2015 arbeitet er als freischaffender Choreograf und ausgebildeter Tanzdozent. Bisher entstanden Choreografien u. a. für das Ballett Vorpommern, das Tiroler Tanztheater, das Ballett Linz. Er choreografierte u. a. die Tanzabende Bluthochzeit, Carmen, Nussknacker, Cinderella am Theater an der Rott. Mit seinem selbst gegründeten Verein „Tanz bei mir“ entwickelt er zudem immer wieder neue Produktionen, wie u. a. Bei mir sind wir drei, Nicht ganz mein Schatz, Ohne Schlüssel. In der Spielzeit 2018/2019 entstanden seine erste Regiearbeiten wie West Side Story für das Theater Bad Hall. Im selben Jahr wurde er auch als bester Choreograf für Der Reigen am Theater an der Rott nominiert.
Das SoloDECAY von Astrid Boons entstand 2018 in der Residenz Dans I Nord in der Provinz Norrbotten in Nordschweden. In einer Welt, die besessen ist vom Gedanken der ewigen Jugend, stellt Astrid Boons Zerfall und Alter in den Mittelpunkt von Decay. Das innere Bewusstsein ist eingeschlossen und versucht, den nicht reagierenden physischen Körper zu erreichen und kämpft darum, angesichts der Grenzen des Körpers nicht aufzugeben. Der Verfall stellt einen Prozess dar, bei dem oberflächliche Perfektion zu einer Illusion wird, um die Zeit anzuhalten.
In den Arbeiten von Astrid Boons wird der Körper als Entdeckungsraum betrachtet, als Territorium mit fragilen Grenzen, die sich in andere physische Räume und Realitäten ausdehnen. Durch lange Improvisationen, die Ausdauer erfordern, versuchen ihre kreativen Prozesse, die Körper der Darsteller:innen von ihrer Bedeutung zu befreien und wissen zu erwerben, damit sie später aus einem neuen Sinnesraum wieder auf die Welt treffen können. Verkörperung, Erinnerung, Identität und Koexistenz sind wiederkehrende Themen in ihrer Arbeit, poetisch und ausdrucksstark. Als Reaktion auf Krisenzustände der Gegenwart ist Astrid Boons Arbeit bemüht, tief verkörperte Empfindungen als Erinnerungen an unsere Menschlichkeit zu kommunizieren und die Realität in einem aktiven und wachen Zustand zu konfrontieren.
Choreografie und Konzept: Astrid Boons Musik: Miguelángel Clerc Parada Lichtdesign: Thomas Linden Dance: Spencer Dickhaus Dauer: 60 Minuten Produktion: Dans I Nord und Korzo
Astrid Boons wurde 1988 in Antwerpen / Belgien geboren. Nach ihrer Tanzausbildung an der königlichen Ballettschule in Antwerpen folgte ein Studium bei Codarts in Rotterdam. Als Tänzerin wirkte sie bei der Dansgroep Amsterdam, dem Nederlands Dans Theater und der GöteborgsOperans Danskompani mit. 2017 und 2018 war sie Gast beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. In ihrer Tänzerinnen-Laufbahn arbeitete sie mit vielen berühmten Choreograf:innen zusammen wie Saburo Teshigawara, Jiří Kylián, Paul Lightfoot, Sol Léon, Ohad Naharin, Hans Van Manen, Johan Inger, Ina Christel Johannessen, Michael Keeghan-Dolan, Iván Pérez, Marina Mascarell, Richard Siegal, Marie Chouinard, Alexander Ekman, Itzik Galili und Regina Van Berkel. Den Auftakt zu Astrid Boons choreografischer Laufbahn bildete im Jahr 2014 das Stück Alina, welches beim internationalen Wettbewerb für Choreografie in Hannover das Finale erreichte. Seit 2017 ist sie Hauschoreografin am Korzo Theater in Den Haag. Im gleichen Jahr erhielt sie den BNG Bank Dansprijs und den Piket Kunstprijs für Nachwuchstalente in den Niederlanden. Ihre erste abendfüllende Produktion Fields wurde im Februar 2019 am Korzo Theater in Den Haag uraufgeführt. Astrid Boons hat über ihre tänzerische und choreografische Laufbahn hinaus einen Bachelor-Abschluss in Kunstgeschichte und Philosophie.
Overhead Project steht seit über zehn Jahren für Stücke an der Grenze von zeitgenössischem Circus und Tanz. Zwei Sprachen, die unterschiedliche Perspektiven auf die Körper ihrer Akteur:innen erlauben und immer wieder zu einem neuen Umgang mit dem Bühnenraum einladen. Die Trilogie Geometrie und Politik experimentiert – auf Basis von archetypischen Raumanordnungen in Parlamenten – intensiv mit dem Theater als Erfahrungsraum und setzt sich in drei Stücken mit jeweils architektonischen Raumsettings auseinander. So auch in der dritten und letzten Produktion dieser Reihe: What is left beschäftigt sich, ausgehend von der frontalen Klassenzimmer-Anordnung, mit räumlichen Strukturen, die die menschliche Kommunikationskultur prägen. Bekannt ist sie uns von der Wartesituation an Schaltern, der Hierarchie im Gerichtsaal, in der Schule und in der Kirche, von der Aufmerksamkeit im Theatersaal sowie von Werbebildschirmen in U-Bahn-Stationen, welche die Blickaufmerksamkeit der Körper im Raum einfordern und strukturieren. What is left widmet sich diesen subtilen und nicht immer wahrnehmbaren architektonischen Strukturen, die ein Spannungsfeld zwischen Raum und Körper, zwischen Mensch und Kommunikationsmacht erzeugen.
Künstlerische Leitung, Inszenierung:Tim Behren Komposition: Simon Bauer Licht, Visuelle Dramaturgie: Charlotte Ducousso Lichtberatung: Felix Bonowski Kostümdesign: Sample-cm – Margot Charbonnier Bühnenbild: nnb. Philosophische Begleitung: Eric Eggert Dramaturgische Begleitung: Mirjam Hildbrand Interdisziplinärer Research: Anna Menzel, Mirjam Hildbrand, Eric Eggert, Charlotte Ducousso, Tim Behren Produktionsleitung: Lena Peters Management, PR: Mechtild Tellmann Performance und Kreation: Mijin Kim, Leon Börgens, Maria Madeira, Maiol Pruna, Franceso Germini
Tim Behren gründete zusammen mit Florian Patschovsky 2008 das Label Overhead Project, welches er heute künstlerisch leitet. Nach der gemeinsamen Ausbildung als Partnerakrobaten an der Zeitgenössischen Circus Hochschule École Supérieure des Arts du Cirquein Brüssel kamen beide zum Freiburger Compagniekollektiv HeadFeedHands – Kompanie für Neuen Zirkus, Tanz und Theater. Hier entstand [How To Be] Almost There, welches international ausgezeichnet wurde und 2016 beim Festival TANZ | MODERNE | TANZ die Chemnitzer begeisterte. Seit 2012 führen die beiden das Label Overhead Project und es entstanden preisgekrönte Produktionen wie Eh La, The boy who cries wolf, Carnical of the body, Surround. Seit der Geburt seines Sohnes zieht sich Florian Patschovsky zum Ende 2017 aus der künstlerischen Leitung des Labels zurück, bleibt der Compagnie aber weiterhin als Performer verbunden.
Gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Stadt Köln, Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Kunststiftung NRW, RheinEnergieStiftung Kultur, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Koproduziert durch: Eine Produktion von Overhead Project in Koproduktion mit LOFFT – DAS THEATER. Gefördert durch die Stadt Leipzig, Kulturamt. CircusDanceFestival Köln. Das Residenzprogramm „Und wenn wir (es) mal zusammen probieren …?!“ – ein Projekt des Kainkollektivs und tak Berlin (gefördert durch die Kunststiftung NRW).
„Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.“
Ein ungleiches Performer-Trio konfrontiert inMy Body is Your Body die Zuschauer:innen mit ihrem eigenen Zuschauen, stellt unsere tradierten Blicke in Frage und verweist sie in die Ränge der bi-frontalen Blickarena: direkt in die opposing benches, ähnlich die des Britischen Parlaments. Zu behandelndes Objekt: der Körper inklusive dem Ich darin.
Der Choreograf Tim Behren inszeniert für diesen ausgestellten Zwischenraum ein Performer-Trio mit der Kölner Tänzerin Mijin Kim und des in Brüssel lebenden Akrobatenduos Leonardo García und Leon Börgens. Ein Spiegel wirft das Hineingeworfene geometrisch punktgenau zurück. Im Angesicht des gespiegelten Blickes unseres Gegenübers erscheint allerdings so manche gesehene Realität als eine andere. Das vermeintlich Objektive wird im Auge des Betrachtenden plötzlich verrückbar und eröffnet subtile Zwischenräume. Andere sehen Anderes.
Inszenierung und Konzeption:Tim Behren Soundkomposition, Musikalische Dramaturgie: Simon Bauer Licht- und Bühnengestaltung, visuelle Dramaturgie: Charlotte Ducousso Bühnenbildgestaltung: Max Pothmann Dramaturgische Begleitung, Research: Eric Eggert, Mirjam Hildbrand Outside Eye, Training Patricia Carolin Mai, Susanne Schneider Technische Betreuung: Garlef Keßler Kostümgestaltung: Monika Odenthal Produktionsleitung: Jari Ortwig PR: Management mechtild tellmann kulturmanagement Performance und Kreation: Leon Börgens, Leonardo García, Mijin Kim
Gefördert von Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kunststiftung NRW, RheinEnergieStiftung Kultur, Fonds Darstellende Künste
Tim Behren gründete zusammen mit Florian Patschovsky 2008 das Label Overhead Project, welches er heute künstlerisch leitet. Nach der gemeinsamen Ausbildung als Partnerakrobaten an der Zeitgenössischen Circus Hochschule École Supérieure des Arts du Cirquein Brüssel kamen beide zum Freiburger Compagniekollektiv HeadFeedHands – Kompanie für Neuen Zirkus, Tanz und Theater. Hier entstand [How To Be] Almost There, welches international ausgezeichnet wurde und 2016 beim Festival TANZ | MODERNE | TANZ die Chemnitzer begeisterte. Seit 2012 führen die beiden das Label Overhead Project und es entstanden preisgekrönte Produktionen wie Eh La, The boy who cries wolf, Carnical of the body, Surround. Seit der Geburt seines Sohnes zieht sich Florian Patschovsky zum Ende 2017 aus der künstlerischen Leitung des Labels zurück, bleibt der Compagnie aber weiterhin als Performer verbunden.
„Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.“
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